Garten

Gartenstele – Zaunkönig und Zepter

Vielleicht hat Kunst einfach etwas damit zu tun, dass man ein Statement machen möchte. Ein Bild, ein Foto, eine Skulptur oder ein Lied – etwas, das einen Eindruck, ein Gefühl, eine Reflexion gültig und wahrnehmbar macht.

Der Winter 2012/2013 ist einer der dunkelsten gewesen, die ich erlebt habe. Ich dachte an den Sommer, an den Garten und wie ich dort ein Statement machen könnte. In dieser Zeit begegnete mir beim Stöbern in alten Büchern dieser Vers von Walther von der Vogelweide:

Gartenstele ZepterAls der Sommer endlich kam,
und die Blumen wundersam
durch die jungen Gräser drangen,
da öffnete sich vor mir weit
eine Wiese lang und breit,
wo ein frischer Quell entsprang,
da floß am Waldesrand entlang
zu der Nachtigallen Sang.
 
Das ist die erste Strophe des bekannten Traumliedes, man weiß nicht genau, wann er es geschrieben hat. Wohl irgendwann zwischen 1208 und 12012. Für mich auf jeden Fall ein Lichtblick in der “dunklen” Zeit. Mir kam die Idee einen Vogel (Zaunkönig, Nachtigall) auf eine Kugel zu setzen. Die zweite Idee, eine Krone als Spitze für eine Gartenstele zu töpfern. Ein Zepter, so wie ich es auf den Abbildungen neben dem Gedicht gesehen habe.

Die Gartenstele ist Gartenkeramik aus Ton, und die Spitzen können ausgewechselt werden. Wie viele es sind? Walter von der Vogelweide würde sagen…

Nun höret zu, ihr lieben Leute:
Zwei und Einer, das sind Drei,
und sie fügte noch hinbei,
mein Daumen auch ein Finger sei.

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